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Haltung der Papageienvögel

🦜 Vögel

Wahl der Art

Einen zahmen Papagei zu besitzen ist der Traum vieler Vogelliebhaber. Doch bevor man einen solchen Vogel anschafft, muss man sich über seine spezifischen Bedürfnisse gut informieren. Auch wenn man vor einem prächtigen Papagei schwach werden kann, darf der Kauf niemals impulsiv, sondern muss stets wohlüberlegt sein. Die Lebenserwartung der Papageien ist nämlich sehr hoch: rund fünfzig Jahre bei den grossen Arten. Die Wahl ist also entscheidend. Neben dem Kaufpreis, der die Anschaffung grosser Papageien wie des Graupapageis, der Amazone oder des Kakadus bremsen kann, ist auch der Lärm zu bedenken, den sie machen können. Die Rufe sind völlig natürlich und Ausdruck guter Gesundheit, doch die Nachbarn schätzen das nicht immer … Kakadus verlangen viel Zuwendung und Anwesenheit, sonst können sie so weit gehen, sich zu rupfen und zu verstümmeln.

Auch andere, günstigere Arten können reizende Gefährten sein: hauptsächlich der Wellensittich, die Agaporniden und der Nymphensittich. Kleiner als die echten Papageien, können sie mehrere Wörter aussprechen und sehr ordentlich pfeifen. Sie eignen sich besser für eine Familie mit Kindern.

Die Wahl hängt auch vom Platz ab, den man ihnen bieten kann (Innenkäfig oder Aussenvoliere). Achten Sie zudem auf die Gesetzgebung, die den Kauf geschützter Arten verbietet.

Der Kauf

Man muss den Vogel, den man kaufen möchte, gut beobachten und darauf achten, dass er gesund ist: Er muss lebhaft und aufmerksam sein, das Auge glänzend und weit geöffnet, das Gefieder gut geordnet, nicht aufgeplustert. Jeden zusammengekauerten, traurigen, matten oder kurzatmigen Vogel gilt es abzulehnen. Man muss den Vogel geduldig beobachten, ohne sich zu sehr zu nähern. Ist man zu nahe, kann ein Vogel seine Haltung korrigieren und so unauffällig erscheinen. Wenn möglich achtet man auf die Farbe des Kots: Er muss dunkel und weiss gefleckt sein. Flüssiger, grünlicher oder blutiger Kot ist das Zeichen eines kranken Vogels.

Sobald man sich aus der Ferne einen ersten Eindruck verschafft hat, muss man den Vogel in die Hände nehmen. Man prüft dann, dass er weder mager (hervorstehendes Brustbein) noch zu fett ist. Die Flügel müssen in gutem Zustand sein. Die Kloakenregion darf nicht gereizt oder entzündet sein und muss sauber sein. Bläst man auf die Bauchfedern, muss die Haut rosig erscheinen, niemals bläulich oder violett. Die Füsse müssen sauber und makellos sein, nicht geschwollen.

Ist der Vogel einmal gekauft, ist es klug, ihn von den anderen Vögeln zu isolieren (falls man weitere hat) und ihn eine Quarantäne durchlaufen zu lassen, bevor man ihn zu den anderen setzt, denn er kann noch Krankheitskeime bergen, die lange unentdeckt bleiben. Wurde er warm gehalten, ist es zwingend, ihn unter denselben Bedingungen zu halten. Er darf erst nach einem im Innern verbrachten Winter in die Aussenvoliere, es sei denn, man erwirbt ihn im Spätfrühling oder Frühsommer.

Die Unterbringung

Innen oder aussen?

Im Allgemeinen sind in Gefangenschaft geborene Papageienvögel robuste und an unser Klima gewöhnte Vögel. Sie können im Freien leben, ohne zusätzliche Heizung im Winter. Ihr Gefieder bildet sich entsprechend den Jahreszeiten, und sie können kaltes und trockenes Wetter problemlos ertragen. Ein einfacher Unterschlupf genügt ihnen.

Bei einem importierten Vogel hängt die Unterbringung von der Kaufsaison ab. Ein im Winter gekaufter Papagei, der in einem geheizten Raum untergebracht ist, muss selbstverständlich bis zum Frühling drinnen in einem geheizten Unterschlupf gehalten werden, wo er dann ins Freie gebracht werden kann; er hat so die nötige Zeit, sich zu akklimatisieren, und kann anschliessend das ganze Jahr draussen verbringen.

Der Käfig

Im Handel gibt es zahlreiche Käfigmodelle. Die Wahl fällt stets auf das grösste Volumen, wobei die Länge und nicht die Höhe bevorzugt wird, anders als bei den meisten auf dem Markt erhältlichen Käfigen. Der Käfig ist unerlässlich, denn er ist der private Bereich des Vogels, sein «Zuhause». Er muss funktional und leicht zu reinigen sein.

Die Sitzstangen dürfen nicht zu zahlreich sein, um den Lebensraum des oder der Bewohner nicht zu überladen (zwei genügen). Ideal ist eine Sitzstange aus Naturholz, das heisst ein «lebendiger» Ast eines Baumes wie Weide, Haselnuss oder eines Obstbaums. Diese Sitzstangen bieten einen unterschiedlichen und nicht einheitlichen Durchmesser. Sie sind sehr gut für die Fussgelenke und können auch angeknabbert werden, was die Abnutzung des Schnabels der Vögel fördert und sie lange beschäftigt.

Die Schaukel wird kaum genutzt und überlädt den Lebensraum. Nur der Wellensittich findet daran Freude.

Die Futternäpfe und die Tränke müssen leicht zugänglich und breit genug für eine gute Aufnahme sein.

Der Käfigboden ist in der Regel herausnehmbar und daher leicht zu reinigen.

Für grosse Papageien muss der Käfig geräumig und sehr robust sein.

Damit sich die Vögel sicher fühlen, muss der Käfig an einer Wand aufgestellt werden, vorzugsweise in einer Ecke, ohne Zugang dahinter. Er muss vor praller Sonne und Zugluft geschützt sein. Achten Sie auch auf Strassenlaternen, die die ganze Nacht brennen und die Vögel am richtigen Schlafen hindern könnten. Die Höhe des Käfigs muss auf Augenhöhe sein.

Der freistehende Ständer hat die Form eines «T» und ruht auf einer Platte. Er erlaubt dem Papagei, ausserhalb seines Käfigs zu sein, ohne die Schulter oder den Arm seines Besitzers zu beanspruchen. Der Vogel hat so seine Unabhängigkeit und kann frei von seinem Käfig zu seinem Ständer und umgekehrt wechseln. Hingegen ist davon abzuraten, ihn frei ausserhalb seines Käfigs zu lassen, wenn niemand da ist, um ihn zu beaufsichtigen. Er könnte Schäden am Mobiliar anrichten.

Gewisse freistehende Ständer sind mit einem Kettchen versehen, um den Fuss des Vogels anzubinden. Von seiner Verwendung ist dringend abzuraten, denn es kann schwere Verletzungen verursachen, falls der Vogel plötzlich beschliesst wegzufliegen (Frakturgefahr oder dass der Vogel am Fuss hängen bleibt). Es gibt auch Sitzstangen, die über dem Käfig des Vogels befestigt werden und ihm erlauben, sich «im Freien» niederzulassen.

Die Aussenvoliere

Eine gute Unterbringung ist ein Ort, an dem sich die Vögel wohlfühlen, nicht bedrängt werden, ihnen zusagende Nistplätze finden und an dem sie ihren natürlichen Bedürfnissen nachkommen können: Nahrung, aber auch Sonnenbäder, Regenbäder oder Duschen. Die Papageienvögel brauchen Platz. Für die meisten von ihnen eignet sich der Käfig überhaupt nicht. Für ihr Wohlbefinden und zu unserem Vergnügen ist eine Aussenvoliere ideal.

Die Masse der Voliere variieren selbstverständlich je nach Art. Je grösser der Vogel, desto länger muss die Voliere sein, um grosse Flüge zu ermöglichen. Eine Länge von 2 Metern kann für kleine Arten wie die Agaporniden genügen, doch für die grossen Arten muss man das Doppelte vorsehen. Eine Breite von einem Meter reicht meist aus, wenn ein einziges Paar die Voliere bewohnt. Bei Kolonien (Wellensittiche, Agaporniden, Nymphensittiche) ist eine Breite von 2 Metern willkommen, ebenso für Vögel mit grosser Flügelspannweite wie die Aras.

Für eine bessere Beobachtung sollte die Voliere in der Nähe des Hauses stehen, doch das hängt von den Arten ab. Für die lautesten, wie Kakadus oder Amazonen, ist es besser, sie etwas weiter entfernt aufzustellen. Doch die kleinen Bewohner dürfen die Nachbarn nicht stören! Der Standort wird an einem geschützten, ruhigen Ort gewählt, nicht zu nahe an der Strasse und an die ganze Nacht brennenden Laternen, wenn möglich mit einigen Bäumen, die Schatten und einen Windschutz bieten können. Man muss einen ordentlichen Weg zwischen Haus und Voliere vorsehen, denn die Vögel brauchen tägliche Pflege, auch bei schlechtem Wetter. Zudem ist zu bedenken, dass je nach Grösse der Voliere und Bauart eine Baubewilligung erforderlich sein kann.

Bevor man den Standort endgültig wählt, kann man auch die Möglichkeit einer Vergrösserung der Voliere oder des Anbaus mehrerer neuer Volieren prüfen. Die Leidenschaft für Papageienvögel beschränkt sich nämlich selten auf eine einzige Art! Zudem müssen die gewonnenen Jungtiere meist früh von den Eltern getrennt werden.

Es ist besser, nicht in der Nähe eines Teichs zu bauen, denn dieser kann stechende Insekten anlocken, die die Sittiche, vor allem die Jungtiere, stören könnten.

Die typische Voliere besteht aus 2 Teilen: einer offenen, ungeschützten Aussenvoliere und einem trockenen Unterschlupf.

Die Aussenvoliere darf nicht mit zu vielen Sitzstangen überladen sein; eine an jedem Ende genügt. Ein flaches Badebecken oder ein kleines Becken ist willkommen, denn Bäder werden sehr geschätzt. Für die meisten Arten sind Bepflanzungen auszuschliessen, denn sie würden ihren zerstörerischen Schnäbeln nicht lange standhalten …

Die Behälter

Im Handel gibt es zahlreiche Arten von Behältern. Man wählt vorzugsweise Behälter aus rostfreiem Stahl statt Kunststoffbehälter, die rasch angenagt würden. Manche Vögel lieben es zu spielen und ihren Futterbehälter zu Boden zu werfen. Um dies zu vermeiden, kann man den Behälter befestigen oder ein schwereres Material wie Glas wählen, vor allem für das Trinken. Für grosse Käfige oder Volieren gibt es Systeme mit Drehplatten, auf denen Edelstahl-Futternäpfe befestigt sind und die es erlauben, die Vögel zu füttern, ohne den Käfig oder die Voliere öffnen zu müssen.

Das Spielzeug

Es ist für das Gleichgewicht der Vögel unerlässlich und beschäftigt sie lange. Man muss es entsprechend der Vogelart und der Stabilität des Gegenstands auswählen. Man muss darauf achten, dass sich das Spielzeug leicht reinigen lässt, dass keinerlei Erstickungs- oder Verletzungsgefahr durch Verschlucken besteht und selbstverständlich keinerlei Vergiftungsgefahr.

Beispiele für Spielzeug: dicke Seile, Leitern, Glocken, Spiegel (unzerbrechlich), an einer Schnur aufgereihte Würfelstapel, frische Zweige mit ihren Blättern und Knospen …

Häufige Krankheiten

Wie alle Vögel verbergen die Papageienvögel die Krankheit lange: Wenn die Anzeichen sichtbar werden, ist die Situation oft schon ernst.

Ein Vogel, der das Gefieder aufgeplustert hält, regungslos am Käfigboden sitzt, döst oder das Fressen verweigert, muss Sie aufhorchen lassen. Beim Vogel sind diese unauffälligen Anzeichen oft schon spät: Man darf nicht warten.

Mangelnde Aufmerksamkeit, Langeweile oder Stress bringen diese Vögel oft dazu, sich die Federn auszurupfen oder sogar in die Haut zu beissen (Federrupfen, Selbstverstümmelung). Gewisse Infektionen befallen auch die Federn und den Schnabel (Schnabel- und Federkrankheit oder PBFD) und schädigen das Gefieder dauerhaft.

Eine Infektion namens Psittakose (oder Chlamydiose) kann den Vogel geschwächt, aufgeplustert und appetitlos machen; sie kann auch auf den Menschen übertragen werden. Eine zu nährstoffarme Ernährung führt mit der Zeit zu einem Mangel an bestimmten Vitaminen (vor allem Vitamin A). Auch Schnabel und Krallen können zu lang wachsen. Beim Weibchen kann ein Ei stecken bleiben (Legenot): aufgeplustert, am Käfigboden, presst es ergebnislos. Das ist ein Notfall.

Viele Papageienvögel leben sehr lange: Eine regelmässige tierärztliche Betreuung, auch wenn alles gut geht, hilft, Probleme früh zu erkennen.

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Wann rasch einen Tierarzt aufsuchen wiederholt aufgeplustertes Gefieder, weniger lebhafter Vogel, ausgerupfte Federn oder sich verschlechterndes Gefieder, Auftreten einer Beule, zu lange Schnabel oder Krallen, anhaltend auffälliger Kot (Farbe, flüssig).

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Wann sofort einen Tierarzt aufsuchen erschwerte Atmung (offener Schnabel, mit jedem Atemzug wippender Schwanz), teilnahmslos am Käfigboden sitzender Vogel, der das Fressen verweigert, aufgeplustertes Weibchen, das presst, ohne legen zu können, ausgeprägte Mattigkeit mit aufgeplustertem Gefieder.

Zum Merken Beim Vogel ist ein sichtbares Anzeichen oft schon ein spätes Anzeichen: nicht warten. Gesellschaft, abwechslungsreiche Ernährung und regelmässige Betreuung beugen vielen Problemen vor. Diese Informationen ersetzen keine tierärztliche Konsultation.

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Eine Frage zu Ihrem Papagei oder Ihrem Sittich? Die Tierarztpraxis Au Furet in Echichens ist auf exotische Heimtiere spezialisiert: +41 21 811 55 11, Online-Terminmehr erfahren.

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Notfall? Rufen Sie zuerst Ihre gewohnte Praxis an: Deren Anrufbeantworter nennt die Nummer des diensthabenden Tierarztes. Das Vorgehen ansehen.

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