Der Graupapagei, auch Jako, ist ein sehr geschätzter Heimvogel und der beliebteste aller Papageien. Mit einer Länge von 33 Zentimetern ist es ein scheuer Vogel, der sich jedoch leicht zähmen lässt, wenn man ihn zur Zeit der Entwöhnung übernimmt. Er besitzt zudem eine aussergewöhnliche Nachahmungsgabe und gibt die menschliche Stimme, Tierlaute und andere Geräusche perfekt wieder. Er ist verschmust, nicht allzu laut, braucht aber Aufmerksamkeit und Gesellschaft.
Lebensraum:
In freier Wildbahn: Er lebt in den bewaldeten Savannen und den afrikanischen Wäldern. Er gehört leider zu den am häufigsten importierten Papageien. In Gefangenschaft geborene Vögel sind daher zu bevorzugen.
In Gefangenschaft: Er passt sich ziemlich leicht an die Umgebung an, die man ihm bietet. Er kann sich sogar in einem grossen Käfig fortpflanzen, doch eine Voliere von einigen Metern Länge ist für diese Art von Vögeln weit besser geeignet.
Umgebungstemperatur: Der Jako verabscheut kaltes und feuchtes Wetter, daher ist es unerlässlich, in seiner Voliere einen Unterschlupf einzurichten. Nur gut akklimatisierte Vögel können im Winter auf eine Heizung verzichten.
Ernährung:
In freier Wildbahn: Er ernährt sich fast ausschliesslich von ölhaltigen Nüssen mit 60 % Fettgehalt (manchmal frisst er auch Schnecken), legt jedoch fliegend 30 Kilometer pro Tag zurück! Diese Art der Ernährung ist in Gefangenschaft nicht angezeigt.
Trockenfutter: Eine klassische Sämereienmischung für Papageien kann die Grundlage seiner Ernährung bilden, doch besser gibt man ihm eine «Alles-in-einem»-Zubereitung: Graupapageien neigen dazu, sich die Federn auszurupfen, vor allem im Käfig – eine schlechte Angewohnheit, die manchmal durch eine unausgewogene Ernährung in Verbindung mit zu seltenen Bademöglichkeiten (+ Langeweile?) ausgelöst wird.
Frischfutter: Grünzeug, Gemüse, Obst, manchmal auch Weichfutter, Vitamine … sind nötig, um seine Ernährung auszugleichen.
Fortpflanzung:
Es ist sehr schwierig, Graupapageien mit blossem Auge zu geschlechtsbestimmen, und in der Regel muss man auf die Tierärztin oder ein spezialisiertes Labor zurückgreifen, um ein echtes Paar zu bilden. Ansonsten aber bereitet die Zucht keine grossen Schwierigkeiten, vor allem bei in Gefangenschaft geborenen Vögeln. Halten sie sich im Innern auf, können sie sich zu jeder Jahreszeit fortpflanzen, doch wartet man besser die schönen Tage ab, um ihnen das Nest anzubieten. Das Gelege besteht aus 3 bis 5 Eiern, die 30 Tage lang vom Weibchen bebrütet werden.
Pflege:
Lebt er im Innern, muss er täglich mit Wasser besprüht werden. Der Graupapagei ist ein Vogel, der Gesellschaft braucht und dem man sich widmen muss, sonst kann es dazu kommen, dass er sich die Federn ausrupft (Federrupfen) und sich selbst verstümmelt.
Häufige Krankheiten
Wie alle Vögel verbirgt der Graupapagei die Krankheit lange: Wenn die Anzeichen sichtbar werden, ist die Situation oft schon ernst.
Ein Graupapagei, der das Gefieder aufgeplustert hält, regungslos am Käfigboden sitzt, döst oder das Fressen verweigert, muss Sie aufhorchen lassen. Beim Vogel sind diese unauffälligen Anzeichen oft schon spät: Man darf nicht warten.
Der Graupapagei ist sehr empfindlich gegenüber Langeweile und Einsamkeit, die ihn oft dazu bringen, sich die Federn auszurupfen und in die Haut zu beissen (Federrupfen, Selbstverstümmelung). Gewisse Infektionen befallen auch die Federn und den Schnabel (Schnabel- und Federkrankheit oder PBFD) und schädigen das Gefieder dauerhaft.
Eine Infektion namens Psittakose (oder Chlamydiose) kann den Vogel geschwächt, aufgeplustert und appetitlos machen; sie kann auch auf den Menschen übertragen werden. Eine zu nährstoffarme Ernährung führt mit der Zeit zu einem Mangel an bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen; dieser Papagei ist dafür besonders anfällig. Auch Schnabel und Krallen können zu lang wachsen.
Der Graupapagei lebt sehr lange: Eine regelmässige tierärztliche Betreuung, auch wenn alles gut geht, hilft, Probleme früh zu erkennen.
Wann rasch einen Tierarzt aufsuchen wiederholt aufgeplustertes Gefieder, weniger lebhafter Vogel, ausgerissene Federn oder sich verschlechterndes Gefieder, zu lange Schnabel oder Krallen, anhaltend auffälliger Kot (Farbe, flüssig).
Wann sofort einen Tierarzt aufsuchen erschwerte Atmung (offener Schnabel, mit jedem Atemzug wippender Schwanz), teilnahmslos am Käfigboden sitzender Vogel, der das Fressen verweigert, Zittern oder Gleichgewichtsverlust, ausgeprägte Mattigkeit mit aufgeplustertem Gefieder.
Zum Merken Beim Vogel ist ein sichtbares Anzeichen oft schon ein spätes Anzeichen: nicht warten. Gesellschaft, abwechslungsreiche Ernährung und regelmässige Betreuung beugen vielen Problemen vor. Diese Informationen ersetzen keine tierärztliche Konsultation.