Die Kanarienvögel, denen wir heute begegnen, sind alle aus dem wildfarbenen Stamm (von grüner Farbe) hervorgegangen, der auf den Kanarischen Inseln gefangen wurde. Vögel, die traditionell von den Seefahrern mitgebracht wurden, die auf diesen Inseln Zwischenstation machten, waren sehr geschätzte Geschenke. Manche waren der Stolz der « Vogelmeister » am spanischen Hof
Man zählt derzeit mehr als 250 Kanarienvogel-Varietäten, die in drei Klassen zusammengefasst sind: Farbenkanarien, Gesangskanarien und Positurkanarien.
Klassifikation
- Gebräuchlicher Name
- Lateinischer Name
- Kanariengirlitz
- Serinus serinus
- Biologische und physiologische Besonderheiten
- Farbenkanarien
Durch Kreuzungen und strenge Selektionen konnten Farben herausgebildet werden, die von reinem Weiss (siehe Albino) über kräftiges Gelb, Brauntöne, Grüntöne bis zu zahlreichen Varietäten zwischen diesen Ausgangsfarben reichen. Einige Kreuzungen mit dem Kapuzenzeisig aus Venezuela (Carualis cucculata) haben die Farbe Rot in die Art eingebracht und die Zahl der so erzielbaren Varietäten vervielfacht. Die roten oder aus Braun, Rot, Bronze usw. hervorgegangenen Tiere haben eine Farbe, die durch synthetische Karotinoid-Pigmente im Futter verstärkt wird.
Die Farbenkanarien bilden eine Klasse mit etwa 170 Farben, die alle aus dem Wildvogel hervorgegangen sind. Zwei Kategorien sind zu unterscheiden: die Kanarien mit einfarbigem Gefieder ohne Zeichnung und die Kanarien mit Zeichnung
Die Kanarien mit einfarbigem Gefieder ohne Zeichnung sind die Lipochrom-Kanarien mit rotem, gelbem oder weissem Grund.
Die Kanarien mit Zeichnung sind die « Melanin-Kanarien ». Sie weisen ein mehr oder weniger gestreiftes und gefärbtes Gefieder auf. Unter ihnen zeigt eine Varietät einen Geschlechtsdimorphismus. Es handelt sich um die Mosaikkanarien mit gelbem oder rotem Grund. Die Pigmente werden an bestimmten Stellen des Gefieders abgelagert: Kopf, Schultern und Bürzel. Das Weibchen ist weniger farbig als das Männchen.
Positurkanarien
Die Positurkanarien haben eine majestätische Haltung mit einem manchmal eigenwilligen oder originellen Aussehen. Sie unterteilen sich in 22 Rassen, die 5 Klassen umfassen.
Klasse 1 Gekräuselte Form- und Positurkanarien:
Der Frisé Parisien, der Frisé du Nord, der Gibber Italicus, der Padovaner, der Giboso Español, der Schweizer Frisé
Klasse 2 Positurkanarien mit glattem Gefieder:
Der Belgische Buckelkanari (Bossu Belge), der Scotch Fancy, der Münchener, der Hoso
Klasse 3 Formkanarien mit glattem Gefieder:
Der Border, der Fife Fancy, der Norwich, der Yorkshire, der Berner, der Raza
Klasse 4 Haubenkanarien:
Der Gloster, der Deutsche Haubenkanari, der Crest, der Lancashire
Klasse 5 Kanarien mit Kappenzeichnung:
Der Lizard
Gesangskanarien
Nur das Männchen singt. Der Gesangskanari wird wegen dieser Besonderheit gezüchtet. Diese Gruppe besteht aus zwei Rassen: dem Malinois (Wasserschläger) und dem Harzer. Letzterer singt mit geschlossenem Schnabel, und sein Gesangsrepertoire besteht aus neun « Touren ».
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Herkunft |
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Kanarische Inseln |
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Gewicht |
15-20 g |
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Grösse |
13-18 cm |
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Lebenserwartung |
8-10 Jahre |
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Geschlechtsdimorphismus |
Keiner, ausser bei der Farbvarietät namens « Mosaik » |
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Geschlechtsreife |
9 Monate für die im Juni geborenen Kanarienvögel11 Monate für die, die im März geboren werden |
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Eiablage—Bebrütung |
4-5 Eier—13 Tage |
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Ausfliegen der Jungen |
30 Tage |
Geschlechtsreife
- 9 Monate für die im Juni geborenen Kanarienvögel
- 11 Monate für die, die im März geboren werden
- Eiablage—Bebrütung
- 4-5 Eier—13 Tage
- Ausfliegen der Jungen
- 30 Tage
Haltungsbedingungen
Ernährung
Die Ernährung besteht im Wesentlichen aus einer Mischung von Kanariensaat, Hirse, Haferflocken, Lein, Hanfsamen, Rübsen sowie aus Eifutter, das mit Zwieback und Ei zubereitet wird. Dieses Eifutter wird ein- bis zweimal pro Woche gereicht oder während der Aufzuchtzeit.
Manche handelsüblichen Zubereitungen sind von ausgezeichneter Qualität. Man sollte dieses Eifutter den Vögeln jedoch nicht im Übermass geben, um keine Verfettung hervorzurufen.
Die Gabe von Grünzeug wird empfohlen: Vogelmiere, Löwenzahn, Kreuzkraut, Hirtentäschel usw. Der süsse Apfel kann die Ernährung vorteilhaft ergänzen.
Kanarienvögel sind Verschwender, die viele Körner auf den Boden verstreuen – Körner, die sie dann nicht mehr fressen wollen.
Für die Positurkanarien besteht die verwendete Mischung aus 75% Kanariensaat, 10% Rübsen und 20% Haferflocken.
Für die Farbenkanarien besteht die Mischung aus 73% Kanariensaat, 10% Rübsen, 10% Nigersaat, 5% Haferflocken und 2% Lein, denen man bei Bedarf einen Zusatz zur Farbverstärkung beifügen kann.
Umgebung
Es können Badegelegenheiten bereitgestellt werden. Für Interessierte: Es gibt Wettbewerbe für Gesangs-, Positur- und Farbenkanarien. Bei dieser Art von Veranstaltung braucht es einen Käfigtyp, der zum jeweiligen Kanarientyp passt.
Quelle: Dr. Boussarie, Point vétérinaire
Häufige Krankheiten
Wie alle Vögel verbirgt der Kanarienvogel Krankheiten lange: Wenn die Anzeichen sichtbar werden, ist die Lage oft schon ernst.
Ein Kanarienvogel, der das Gefieder aufgeplustert hält, reglos am Boden des Käfigs sitzt, döst oder aufhört zu singen, muss Sie alarmieren. Beim Vogel sind diese unauffälligen Anzeichen oft schon spät: Man darf nicht warten.
Die Atemwege können durch kleine Parasiten (Luftsackmilben) beeinträchtigt werden. Der Vogel atmet dann pfeifend, macht ein kleines « Klick » und öffnet manchmal den Schnabel zum Atmen. Die Beine und die Schnabelbasis (die Wachshaut) können sich auch mit dicken Krusten bedecken (Beinräude).
Eine ausschliesslich aus Samen bestehende Ernährung führt schliesslich zu einem Mangel an bestimmten Vitaminen (vor allem Vitamin A) und schwächt den Vogel. Auch Schnabel und Krallen können zu lang wachsen.
Beim Weibchen kann ein Ei stecken bleiben (Legenot): Es sitzt aufgeplustert am Boden des Käfigs und presst ohne Erfolg. Das ist ein Notfall.
Vorsorge Variieren Sie die Ernährung mit Grünzeug und geeigneten Futtermitteln: Das beugt einem grossen Teil der Mangelerscheinungen vor.
Wann rasch einen Tierarzt aufsuchen wiederholt aufgeplustertes Gefieder, weniger lebhafter oder weniger singender Vogel, pfeifende Atmung oder « Klick », Krusten an den Beinen oder am Schnabel, zu lange Schnabel oder Krallen, anhaltend auffälliger Kot (Farbe, flüssig).
Wann sofort einen Tierarzt aufsuchen erschwerte Atmung (offener Schnabel, mit jedem Atemzug wippender Schwanz), teilnahmslos am Boden des Käfigs sitzender Vogel, der das Fressen verweigert, aufgeplustertes Weibchen, das presst, ohne legen zu können.
Zum Merken Beim Vogel ist ein sichtbares Anzeichen oft schon ein spätes Anzeichen: nicht warten. Eine abwechslungsreiche Ernährung beugt vielen Problemen vor. Diese Informationen ersetzen keine tierärztliche Konsultation.