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Die Boas

🦎 Reptilien

Wer hat noch nie von der berühmten Anakonda oder dem Boa constrictor gehört? Weniger bekannt, aber ebenfalls zu dieser Familie gehörend, sind die kleinen Sandboas und die Pythons.

Die Familie der Boidae gehört zur Überfamilie der Boidae, ebenso wie die Xenopeltidae, Loxocemidae, Bolyeriidae und Tropidophiidae. Sie unterteilt sich in drei Unterfamilien: die Boinae (Boas), die Pythoninae (Pythons) und die Erycinae (Sandboas). Die Boidae sind vor allem wegen der Riesenschlangen bekannt. Mit Ausnahme einiger Exemplare haben diese kräftigen Würgeschlangen einen deutlich vom Körper abgesetzten Kopf. Ihr Maul kann sich weit öffnen, dank der Beweglichkeit des Oberkiefers und der Unterkieferäste.

Neben Unterschieden in der Anatomie ihres Schädels unterscheiden sich die Pythons von den Boas dadurch, dass sie Eier legen (ovipar), aber auch dadurch, dass praktisch alle von ihnen wärmeempfindliche Grubenorgane besitzen. Es ist jedoch anzumerken, dass auch einige Boas diese Grubenorgane besitzen, die ihnen ein Infrarotsehen ermöglichen. Die Boas sind ovovivipar (ihre Jungen kommen lebend zur Welt), mit Ausnahme von Charina.

Ganz allgemein besiedeln die Boas die Südhälfte des amerikanischen Kontinents und Madagaskar, während die Pythons in Afrika, Australien, Indien und Indonesien sowie auf den Pazifikinseln vorkommen. Die grabenden Boas ihrerseits sind in Nordamerika, in Afrika und von der Arabischen Halbinsel bis nach Indien verbreitet.

FORTPFLANZUNG

Geschlechtsbestimmung, Grösse und Geschlechtsreife

Die Geschlechtsbestimmung bei den Boidae ist nicht immer einfach, da nur wenige Arten einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus zeigen. Die am häufigsten verwendete und derzeit zuverlässigste Methode ist das Sondieren der Tiere.

Diese Technik, die dem Tierarzt vorbehalten sein sollte, besteht darin, eine geschmierte Metallsonde vorsichtig durch die Kloake in Richtung Schwanz einzuführen. Beim Männchen dringt die Sonde tief in die Stelle ein, wo die Hemipenes liegen (im Durchschnitt 10-12 Subkaudalschuppen). Beim Weibchen dringt die Sonde nur wenig ein (2-4 Subkaudalschuppen).

Die Geschlechtsreife liegt bei den meisten Pythons und Boas im Durchschnitt zwischen 3 und 5 Jahren.

Die erste Voraussetzung dafür, dass sich Tiere in Gefangenschaft fortpflanzen, ist, dass sie vollkommen gesund sind. Zu dicke oder zu magere Schlangen sind selten gute Zuchttiere.

In der Natur pflanzen sie sich nach dem Rhythmus der Jahreszeiten fort. Die Zeiträume hängen von den Temperaturen, den Regenfällen und der Photoperiode (Länge der Lichtphase) ab.

In Gefangenschaft muss man daher versuchen, die klimatischen Veränderungen nachzubilden, um die Tiere zu stimulieren.

Trächtigkeit, Geburt, Inkubation.

Bei den Boas ist die Dauer der Trächtigkeit schwer abzuschätzen, da sich die Paarung über einen langen Zeitraum erstreckt. In der Regel dauert die Trächtigkeit je nach Art 4 bis 8 Monate. Während dieser Zeit sollte man der Schlange einen wärmeren Wärmepunkt als üblich bieten. Die kleinen Boas kommen in Dottersäcken zur Welt, aus denen sie sich leicht befreien. Die Würfe reichen von 4 Neugeborenen bis zu 60 bei einem grossen Weibchen.

Bei den Pythons dauert der Zeitraum zwischen dem Eisprung und der Eiablage 2 Monate; vor der Eiablage findet eine Häutung statt. Die Zahl der Tage zwischen Häutung und Eiablage ist für jede Art eigen. Die Weibchen rollen sich um die Eier und bleiben dort bis zum Schlupf.

Bei mehreren Arten hat man festgestellt, dass sie in der Lage sind, ihre Körpertemperatur zu erhöhen, um die Eier auf der richtigen Temperatur zu halten. In Gefangenschaft kann die Inkubation der Mutter überlassen oder künstlich durchgeführt werden. Die Inkubation dauert etwa 60 Tage bei 30-31 Grad mit einer Luftfeuchtigkeit von 95% bis 100% (variiert je nach Art).

Einige Einzelheiten zu den verbreitetsten Boidae-Arten?

Der Königspython

Gebräuchlicher Name; Python regius oder KugelpythonAdultgrösse: 1.0 bis 1.80 m.

Verbreitung: West- und Zentralafrika (Grasland, Savannen, bewaldete Ebenen, trockene Tropenwälder).

Er ist der kleinste Python des afrikanischen Kontinents. Er hat einen gedrungenen Körper und sein Schwanz ist verhältnismässig kurz. Der Kopf, von sehr dunkelbrauner bis schwarzer Farbe, ist deutlich vom Hals abgesetzt, und eine Reihe von Lorealgruben ist beiderseits des Unterkiefers sichtbar. Die Grundfarbe reicht von Goldgelb bis Dunkelbraun, mit Flecken, die manchmal weiss umrandet sind. Der Kugelpython verdankt seinen Namen der Tatsache, dass er sich, gestört oder gestresst, zu einer kompakten Kugel zusammenrollt, in deren Mitte er seinen Kopf legt. Also, obwohl sehr fügsam, ist er dennoch scheu.

Der Python benötigt kein besonders grosses Terrarium. Abmessungen von 100x60x60 cm sind völlig in Ordnung. Ein Wärmepunkt von 25 bis 35 Grad an der wärmsten Stelle ist angenehm, während nachts Temperaturen von 22/25 Grad vorzuziehen sind.

Der Tigerpython

Gebräuchlicher Name: Python molurus bivittatus, Dunkler Tigerpython

Adultgrösse: 3.5 bis 6.0 m

Verbreitung: Südasien, lebt in Waldgebieten und Tropenwäldern.

Er gehört zu den Riesen der Familie der Boidae, ist sehr massig und kann bis zu 130 kg wiegen. Der Kopf ist verhältnismässig rechteckig, ein charakteristisches, beige-rosafarbenes V zeichnet sich auf der Kopfoberseite ab. Die mehr oder weniger dunkelbraune Grundfarbe ist von länglichen, hellbeigen, ins Gelbliche gehenden Zeichnungen marmoriert. Es gibt weitere erstaunliche Farbschläge, bedingt durch die Entwicklung der Art in Gefangenschaft, wie den Albino (gelb und weiss), den « Green » (khakigrün + brauner Fleck) oder auch « Granite », « Labyrinth » usw.

Um adulte Exemplare bis 3,50 m unterzubringen, genügt ein Terrarium von 250x125x125cm. Für Tiere zwischen 4 und 6 Metern (Grösse eines Weibchens) hingegen spricht man nicht mehr von einem Terrarium, sondern von einem kleinen Raum von 3x3 m. Er ist eher pflegeleicht, robust und wenig aggressiv. Er kann 30 Jahre alt werden, wenn er unter guten Bedingungen gehalten wird.

Der Boa constrictor spp.

Gebräuchlicher Name: Abgottschlange (Boa constrictor)

Adultgrösse: 1.5 bis 4.2 m

Verbreitung: Mittel- und Südamerika, Tropenwälder, feuchte oder trockene Savannen und in halbtrockenen Zonen

Er ist sicher die am häufigsten gehaltene « grosse » Schlange der Welt. Sein im Allgemeinen fügsames Wesen, seine vielfältigen Farben und Zeichnungen (bedingt entweder durch die verschiedenen Unterarten oder durch Selektionen einzelner Tiere), seine einfache Haltung sowie seine Fortpflanzungsfähigkeit haben zu seiner Beliebtheit beigetragen. Diese Schlange benötigt ein Terrarium von mindestens 200x60x80cm, um ein adultes Paar von 2.5 bis 3 m unterzubringen. Es kann aus mindestens 12 mm dickem Holz und gut belüftet sein, die Scheiben müssen eine ebenso grosse Dicke von mindestens 5 mm haben.

Die Heizung erfolgt mithilfe von Heizkörpern oder einer Heizmatte, die unter dem Terrarium angebracht und über einen Thermostat gesteuert wird.

Abgesehen davon, dass er gross und damit potenziell gefährlich werden kann, ist er eine Schlange, die bei der Haltung keine besondere Schwierigkeit bereitet. Sein Terrarium und seine Wasserschale sind stets sauber zu halten, der Boden wird mit Zeitungspapier oder einem geeigneten Substrat bedeckt.

Er ernährt sich von Nagetieren wie Ratte, Meerschweinchen, Kaninchen oder Geflügel.

Einige Ratschläge …

  • Das Terrarium oder der Raum, in dem sich die Schlange befindet, muss mit einem ausbruchsicheren Verschlusssystem ausgestattet sein, wobei zu bedenken ist, dass Schlangen darin Experten sind.
  • Der Käufer sollte darauf achten, ein junges Tier unter den am wenigsten aggressiven auszuwählen.
  • Von klein auf und solange sie lebt, muss die Schlange von ihrem Pfleger mehrmals pro Woche gehandhabt werden, um ein ruhiges Wesen zu bewahren.
  • Das Handling darf niemals nach einem Kontakt mit potenziellen Beutetieren erfolgen. Der Geruchssinn der Reptilien ist fein, ihr Sehsinn jedoch deutlich weniger.
  • Die Fütterung sollte über einen anderen Zugang erfolgen als den, der für die Routinebesuche genutzt wird.
  • Man sollte bedenken, dass jeder Tierhalter in jeder Hinsicht zivil- und rechtlich für sein Tier verantwortlich ist.

Häufige Krankheiten

Bei den Würgeschlangen (Boas und Pythons) hängen die meisten Krankheiten mit den Terrarienbedingungen zusammen: Wärme, Luftfeuchtigkeit und Hygiene.

Zu bedenken: Eine gesunde Schlange hängt von angepasster Wärme, guter Luftfeuchtigkeit und einem sauberen Terrarium ab. Die meisten Probleme kommen von einer dieser Einstellungen.

Kleine äussere Parasiten (Milben) treten manchmal auf: Es sind winzige, bewegliche schwarze Punkte auf der Haut. Die Schlange bleibt dann lange in ihrer Wasserschale und reibt sich. Diese Parasiten übertragen sich leicht.

Eine erschwerte Häutung hinterlässt Hautfetzen, die nicht abgehen, besonders auf den Augen. Sie ist oft auf einen Mangel an Luftfeuchtigkeit zurückzuführen. Man darf niemals an der verbliebenen Haut ziehen.

Speichelfluss, eine Rötung oder ein Belag im Maul deuten auf eine Maulinfektion hin (« Maulfäule »). Blasen, ein offenes Maul, ein Pfeifen beim Atmen signalisieren eine Infektion der Atemwege. Schliesslich sollten ein Hochwürgen oder eine anhaltende Nahrungsverweigerung stets Aufmerksamkeit erregen.

💡

Rat des Tierarztes Eine ausreichende Luftfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Häutung und ein sauberes Terrarium verhindern einen grossen Teil der Haut- und Maulprobleme.

⏱️

Wann rasch einen Tierarzt aufsuchen bewegliche schwarze Punkte auf der Haut, unvollständige Häutung (besonders auf den Augen), Speichelfluss oder Rötung im Maul, anhaltende Nahrungsverweigerung.

🚨

Wann sofort einen Tierarzt aufsuchen Atmung mit offenem Maul, Blasen oder Pfeifen, wiederholtes Hochwürgen, stark geschwächte Schlange, die nicht mehr reagiert.

Zum Merken Wärme, Luftfeuchtigkeit und Hygiene des Terrariums beugen den meisten Krankheiten vor. Reissen Sie niemals eine verbliebene Häutungshaut ab. Diese Informationen ersetzen keine tierärztliche Konsultation.

🩺

Eine Frage zu Ihrem Boa? Die Tierarztpraxis Au Furet in Echichens ist auf exotische Heimtiere spezialisiert: +41 21 811 55 11, Online-Terminmehr erfahren.

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Notfall? Rufen Sie zuerst Ihre gewohnte Praxis an: Deren Anrufbeantworter nennt die Nummer des diensthabenden Tierarztes. Das Vorgehen ansehen.

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