Das Frettchen
Das Frettchen ist die domestizierte Form des Europäischen Iltisses; diese Domestikation reicht mehr als 2000 Jahre zurück. Es wurde zur Bekämpfung von Ratten und Schlangen und später zur Kaninchenjagd eingesetzt.
Abwechselnd Reisegefährte der Seeleute, Labortier und für seinen Pelz gezüchtet, wird es heute in den USA (> 7 Millionen Tiere) und in Europa als Heimtier immer beliebter.
Ernährung:
Das Frettchen ist ein reiner Fleischfresser. Aufgrund ihres schnellen Stoffwechsels nehmen Frettchen gern zahlreiche kleine Mahlzeiten zu sich, weshalb ihnen stets Wasser und Futter zur Verfügung stehen müssen. Ist kein Frettchenfutter erhältlich, das nicht immer verfügbar ist, füttert man es mit hochwertigem Kittenfutter. Futter für erwachsene Katzen enthält nicht genügend Eiweiss (es sollte 36 bis 38 % Eiweiss und 22 bis 24 % Fett enthalten). Es ist wichtig, die Trockenfuttermarken abzuwechseln, um eine Gewöhnung an eine bestimmte Marke zu vermeiden, deren späterer Wechsel dem Frettchen sonst Probleme bereiten würde.
Nassfutterbeutel dürfen gefüttert werden, ebenso Obst, Fleisch/Eier oder spezielle Leckerlis, allerdings nur gelegentlich.
Lebensraum:
Ein von klein auf sozialisiertes Frettchen ist ein reizender Gefährte. Es kann sehr gut drinnen oder draussen leben (Achtung vor Hitzschlag!). Während Ihrer Abwesenheit setzt man es am besten in einen geräumigen Käfig (mind. 2 m²). Es ist reinlich und verrichtet sein Geschäft stets an einer festgelegten Stelle des Käfigs, sofern es entsprechend erzogen wurde. Gewisse «kleine Missgeschicke» sind möglich, vor allem im Freilauf. Die Einstreu ist täglich zu wechseln. Vorsicht vor Gummi, Radiergummi, Schwamm, Kunststoff oder giftigen Stoffen, denn es verschluckt manchmal alles Mögliche! Und Achtung vor Verletzungen (Sturz, sich nicht auf das Kissen setzen, unter dem es seinen Mittagsschlaf hält, Vorsicht bei Türen, WC usw.)
Pflege:
Es schadet nicht, ihnen von Zeit zu Zeit ein Bad zu geben, höchstens 1-mal pro Monat mit einem geeigneten Shampoo.
Die Krallen müssen regelmässig geschnitten werden, etwa alle 4 Wochen.
Wenn es einigermassen kooperativ ist, können Sie ihm die Ohren reinigen, die sehr schnell verschmutzen; andernfalls holen Sie Rat bei Ihrer Tierärztin ein.
Eine jährliche Impfung wird dringend empfohlen, die gegen die Staupe schützt, ähnlich wie beim Hund. Die Kastration wird dringend empfohlen, um den Körpergeruch zu verringern, und die Kastration ist beim nicht zur Zucht bestimmten Weibchen obligatorisch, um eine tödliche aplastische Anämie zu vermeiden. Die Entfernung der Analdrüsen ist in der Schweiz verboten!
Für den Grenzübertritt muss es, da es als Fleischfresser gilt, gegen Tollwut geschützt und mit einem Mikrochip versehen sein.
Häufige Krankheiten
Das Frettchen neigt zu einigen charakteristischen Krankheiten: der Nebennierenerkrankung, demInsulinom (Tumor der Bauchspeicheldrüse) und dem Lymphom. Es steckt sich auch mit unserer Grippe an und verschluckt leicht kleine Gegenstände.
Die Nebennierenerkrankung. Häufig beim Frettchen mittleren Alters, geht sie von kleinen Drüsen (den Nebennieren) aus, die zu viele Hormone bilden. Charakteristisches Zeichen: ein Haarausfall, der am Schwanz beginnt und sich dann auf die Flanken ausdehnt, oft mit Juckreiz; beim Weibchen kann die Vulva anschwellen. Das ist behandelbar (Medikament oder Operation).
Das Insulinom. Ein kleiner Tumor der Bauchspeicheldrüse, der zu viel Insulin bildet: Der Blutzuckerspiegel fällt ab. Das Frettchen wird schwach, sabbert, hat einen starren oder «abwesenden» Blick oder zittert sogar, vor allem wenn es seit einer Weile nichts gefressen hat.
Weitere Punkte. Das Lymphom (ein Krebs, der das Abwehrsystem betrifft) gehört zu den bekannten Krankheiten des Frettchens. Das Frettchen steckt sich mit unserer Grippe an – und kann sie auf uns übertragen. Da es leicht Gummi, Schaumstoff oder Kunststoff verschluckt, ist ein im Darm feststeckender Gegenstand (Darmverschluss) ein reales Risiko.
Wann rasch einen Tierarzt aufsuchen Ein ungewöhnlicher Haarausfall (Schwanz, Flanken), eine Schwäche oder ein anhaltend verminderter Appetit.
Wann sofort einen Tierarzt aufsuchen Bewusstlosigkeit oder Zittern (Blutzuckerabfall), wiederholtes Erbrechen, Verweigern der Futteraufnahme oder grosse Schwäche. Bei einem Schwächeanfall reiben Sie etwas Honig oder Sirup auf sein Zahnfleisch und rufen Sie sofort an.
Zum Merken Überwachen Sie das Fell (Nebennieren) sowie Vitalität und Appetit (Insulinom, Darmverschluss). Diese Informationen ersetzen keine Konsultation.